Der Architekt

Vollständige Schreibprobe

Sprachspiel

Eine autobiografische Erinnerung.

Offizielle World-of-Warcraft-Website

✦ Eine weitere Begegnung beginnt mit einem Doppelklick. Oder mit einem sehr, sehr unbeholfenen Versuch, im digitalen Dschungel der frühen 2010er irgendetwas zu finden, das sich nach Nähe anfühlt. Es gab damals schon Internet, ja. Aber diese netten kleinen Apps, bei denen man einfach mal lässig die Scheibe wischt, die gab’s noch nicht. Stattdessen: Friendscout24. Und ein paar Google-Ergebnisse mit so klangvollen Titeln wie „13,2 Tipps, um Frauen im Internet anzuschreiben“. Klingt schräg? War’s auch. Aber hey, besser als jemanden im Real Life zu fragen – oder besser gesagt nach jeder Nachricht, die ich bekam zu nerven.

Weil ich ja auf ein „Hallo“ schon keine passende Antwort hatte.

Also habe ich tatsächlich Abende damit verbracht, Nachrichten zu schreiben. Oder besser gesagt: zu malen. Mit der Wortwahl und dem Mut, den sogar ein Text braucht, obwohl man die Reaktion des anderen nicht sieht. Ein Hauch von Unsicherheit blieb trotzdem. Wenn ich doch mal eine Antwort bekam, fühlte sich das an wie ein epischer Drop nach hundert Runs in einem leeren Dungeon. Mein Loot war meist eher enttäuschend. Die letzte SMS einer Kandidatin lautete: „Wenn dir jetzt schon nichts mehr einfällt, ergibt das ja wenig Sinn.“ Danach kam nichts mehr.

Und ich? Ich verstand es nicht. Kein Sarkasmus. Kein Trotz. Ich verstand es wirklich nicht.

Es dauerte ein paar Wochen, dann war für mich doch ein Licht der Naaru zu sehen. Ich lernte Elira kennen – genau, wieder ein zweiter gleicher Name für unterschiedliche Menschen. Keine Ahnung wie, keine Ahnung warum. Aber plötzlich war sie da – in meinem Posteingang. Und diesmal war es anders. Wir schrieben viel. Und schnell. Die Gespräche hatten Tiefe. Vielleicht nicht philosophisch – aber menschlich. Und sie wollte nicht gleich wieder verschwinden. Schon nach wenigen Tagen tauschten wir Nummern aus. Und verabredeten uns. Von zu Hause aus hatten wir beide etwa die gleiche Fahrstrecke – zum Weihnachtsmarkt in Aschaffenburg.

Ich war dort jedes Jahr – mit Mea, Chadd und Damian. Also war es leicht, einfach die Weihnachtspyramide als genauen Treffpunkt zu nennen. Ich parkte also auf dem Spezial-Parkplatz, den ich von Papa kannte und lief den bekannten Weg Richtung Glühweinduft und Weihnachtsfreude. Die Pyramide stand von meiner Seite aus gleich am Anfang. Sie war etwa fünf oder sechs Meter hoch, gut zu sehen – und eine verdammt passende Verkleidung für einen Glühweinstand, der wahrscheinlich mehr Auswahl als Red Bull zu Sommerzeiten hatte. Die World-Boss Gruppe war noch übersichtlich.

Ich war etwa zehn Minuten vor der ausgemachten Zeit da, nahm mein Handy und schrieb Elira:“Hey, ich bin da. Ich freue mich. Bis gleich.“ Es vergingen Stunden – zumindest nach meiner inneren Uhr. Dennoch genug Zeit für mein bekanntes Personal, um sich noch die Krawatte zu binden und auf den Auftritt der Schüchternheit beim ersten persönlichen Treffen vorzubereiten. Es dauerte vielleicht viereinhalb Minuten, bis mein Handy vibrierte. Ihre Nachricht war wie ein Göttliches Urteil – für meine Scham:“Wo bist du? Ich bin auch da.“ Erst war ich baff, dann kam der Nervenkitzel der Jagd und brachte eine Schere für die Krawatte mit.

Ich lief also los, mit Handy in der Hand zum tippen. Ich bin nur ein paar Meter Richtung Lebkuchenmitte gelaufen, da konnte ich die wenigen getippten Worte gleich wieder löschen. Denn mein Adlerauge gab mir den Moment der Klarheit. Am anderen Ende des Marktes gab es dieses Jahr das erste Mal eine zweite Weihnachtspyramide. Natürlich war von beiden Standorten die jeweils andere nicht zu sehen. Nur die Ecke eines größeren Gebäudes hätte ein Stück ihren Bauch einziehen müssen, dann hätte eine Pyramide der anderen in die Augen schauen können.

Trotz Spekulatiusbauch konnte ich dann zumindest Elira in die Augen schauen. Und dann war es einfach – ohne Druck und Unsicherheit. Kein peinliches Schweigen. Kein Verzweifeltes Gebet während dem Smalltalk. Nur wir. Lichter, Stimmen und Glühwein. Mit einem Gefühl, das nicht erklärt werden wollte und einem Anfang, der eine kleine Geschichte sein wollte. Wir liefen über den Markt, lachten, redeten. Und landeten später noch im Stadtkino. In meinen Gedanken war sowieso alles interessant, auch Kino – nur nicht der Film selbst. Vermutlich hieß er Nomovie.

Nachdem ich dort angerufen hatte, um die Karten zu reservieren, hatten wir vielleicht noch zwei oder drei Stunden Zeitbis zum Film, also liefen wir nochmal über den Lebkuchen. Weihnachtliche Farbenpracht und winterliche Holzhütten gaben mit Aspekt des Adlers von oben bestimmt einen tollen Anblick wie auf einen Göttlichen Stern mit Geheiligtem Boden. Direkt neben dem Glühweinzauber befindet sich das Schloss mit imposanter Außenbeleuchtung, die jeden Quadratmeter Schlossmauer beleuchtet. Ein bisschen abseits vom Trouble – genau richtig für eine romantische Atmosphäre und vielleicht ja...Daher trieb mich meine Hoffnung bewusst in diese Richtung.

Vielleicht ist so ein Moment ja dann einfacher. Dank der Weihnachtspyramide mit Spiegelbild war innerlich wenig von meiner Unsicherheit zu spüren. Leider änderte das absolut gar nichts in so einem zweisamen Moment, das blieb wohl gleich. Dieses Gefühl, vielleicht etwas falsch zu machen. Oder will sie das überhaupt? Also tat ich was ich immer tat. Nichts. Wahrscheinlich hoffte ich durch diese Umgebung einfach gar nichts tun zu müssen. Ergibt ja auch Sinn. Alle eigenständigen Versuche in der Vergangenheit waren einfach Team Rocket – ein Schuss in den Ofen.

Und wenn mich handlungslose Stille überkam, bekam ich Göttliche Gunst. Also auch kein romantischer Kuss am idyllischen Schlossplatz. Inzwischen war noch knapp eine Stunde bis Nomovie und wir liefen langsam Richtung Kino. Mit einem Teil mehr in meinem mentalen Rucksack – dieses Gefühl von „schon wieder nicht einmal versucht“. Etwa eine halbe Stunde vorher standen wir vor dem unscheinbar wirkenden Kino. Das hier war viel einladender, als in diesen großen Stadtkinos. Mitten in der Innenstadt in einer etwas breiteren Straße und mehr Wohnhäuser als Geschäfte in der Umgebung.

Wir hatten zuerst die reservierten Karten geholt und danach hatte die arme, bedauernswerte Tüte Popcorn schon Leerenform, bevor die Schattenmimik begann. Tüte Nummer zwei war bereit für etwas ganz besonderes – schien irgendwie zumindest deutschlandweit ein Trend zu sein. Marken und Hersteller waren bekannt aus dem Free TV. Diese Werbespots gab es nur bei der abenteuerlichen Zeitverschwendung im Kino zu sehen – diese 20 Minuten, wo wir Menschen für das Werbung schauen auch noch freiwillig Geld bezahlen. In Nicht-Date-Kino-Situationen hatte ich oft die Geheimtechnik der bewussten Verspätung eingeplant genau deswegen.

Hier kam niemand mit einem Geniestreich und die Reservierung fühlte sich unwohl, weil sie nicht gebraucht wurde, denn der Film war etwa so gut besucht, wie es Kussversuche bei Elira gab. Vielleiht waren da zwei oder drei andere Menschen mit im Hör- und Sehsaal, die unter einer Kuppel des Nebels in meinem Kopf sitzen. Die Handlung des Films wurde mir vom Neuralisator weg geblitzdingst. Dafür blieb mir etwas in HD Erinnerung: Beine. 90 Minuten lang. Nur diese eine Berührung. Bein an Bein. Gerade so, das es näher ist, als man neben einem Kumpel im Kino sitzen würde.

Für mich war es genau richtig – ohne Ausgeklügelten Plan und ohne das Gefühl des Verzweifelten Versuch´s zuversichtlich zu werden. Am Ende des Films und des Abends waren wir beide sehr glücklich über das Echo der vergangenen acht Stunden. Wir verabschiedeten uns mit der Einstimmigkeit, das diese Dauer für ein erstes Date wohl ein gutes Zeichen war.

Die nächsten Tage hatten wir sehr viel Kontakt und Verkehr. Also weder im Auto, noch auf der Straße. Eher im Chatverlauf in WhatsApp.

Inzwischen war Dezember 2011 und Die Firma organisierte natürlich auch eine Weihnachtsfeier und jeder durfte seine Die Eine mitbringen. Natürlich dachte ich sofort an Elira. Ich hatte sie dann direkt in WhatsApp gefragt, weil ich nicht bis zum nächsten Telefonat warten wollte. Und das war für mich sowas wie ein dreier Arenafight wo alle Gegner noch leben und ich sie als letzter Lebender unseres Teams besiege. Und Elira´s Antwort entsprach auch meiner Hoffnung. Ich hatte also ernsthaft selbst gehandelt und Team Rocket war nicht in Sicht.

Leider hatte ich zu wenig Zeit für die Frage, warum mein Letzter Versuch funktioniert hatte – der Jäger im Gegnerteam war nur tot gestellt und hatte mit Blendendem Schuss auf auf mein gedankliches Warum-Zentrum gezielt. Die Frage kam nie auf in mir damals. Dafür fiel mir auf, das ich bei Elira auch keine Unsicherheit beim Nachrichten schreiben wahrnahm. Vielleicht war sie einfach unsicher staunend, dafür heiter vor einer der Weihnachtspyramiden stehen geblieben. Auf der Arbeit hatte ich Elira als Sternenflamme angegeben und die paar Tage bis zum Samstag des Festmals vergingen so langsam, wie für ein Kind, das volle 24 Türchen noch vor sich hatte und jetzt schon weiß, dass es seinen großen Wunsch erfüllt bekommt, weil es jede Elternfreiminute danach gesucht hatte und freudenfündig wurde.

Doch der ersehnte Samstag kam. Beim Ritual der Erfrischung in der Gaststätte war Elira leider doch nicht dabei, diesmal war doch Verkehr – auf der Straße – der Grund. Für mich war das ok, ich freute mich sowieso mehr auf das Danach. Da ging dann meine Definition von Feiern los. In der gleichen Stadt war eine Disco – und für unsere Schicht war ein kleiner prestige Bereich reserviert. Genau mein Ding und Grund genug, langweilige Lückenfüller weg zu lassen. Mit den Kollegen war ich vielleicht eine gute halbe Uhrumdrehung im Lichtspiel-Raid am discotieren und ich fühlte mich wie eine Glühkerze von einem kalten Diesel, der gerade gestartet wird.

Gemütlich, warm und nicht überhitzt. Dieses Nach-Zwei-Bier-Feeling, wo der Verstand etwas leiser wird und die Euphorie mehrere Räumliche Risse für sich nutzen kann. Passend zu dieser Stimmung kam auch Elira an. Die Dunkle Leere meiner Selbstbewusstlosigkeit war nicht in mir anwesend. Ich traf mich mit Elira am Eingangsbereich. Der heutige erste Blickkontakt mit ihr brachte mir mit Heiliger Feder das Gefühl einer Schicksaalhaften Wendung mit. Ihre Augen strahlten wie Blühendes Leben unter Zwillingsmonden und ihre Mundwinkel Erblühen zu einem Lächeln.

Wir begrüßten uns im mäßigen Discolicht – eine Umarmung der Schatten wäre kaum auf dem Boden zu sehen gewesen. Wir lösten unser Schattenklammern und gingen durch den Einhüllenden Nebel des Nachtclubs Zurück zum Lager der Arbeitskollegen, dem Firmen-Prestige-Bereich. Und diese kleine Stufe vom Absatz des Podestes, und das betreten des Bereichs fühlte sich irgendwie besonders an. Nicht wegen dem gewährten Zutritt selbst...Es war das Gesehen werden. Wir hatten Glück, gerade war noch eine Zweier-Couch frei. Sie strahle eine Art Zusammenkunf zu Arkaner Resonanz mit möglicher Eisiger Berührung aus.

Nur ein Gedankensprung später saßen dann Zwei Formen Mensch aus Fleisch und Blut darauf. Für mich war es, als hätte ich Strahlende Funken Zwischen die Augen bekommen, die ein Seelenfeuer entfachten. Um uns rum Musik so laut wie ein Meteorschauer bei Vollmond und Menschen mit Belebendem Elixier und Himmlischem Gebräu. Eine Kulisse wie das Echo der Elemente. Das DJ Pult war umgeben von einer Weihe aus Lichtblitzen und Lichtsäulen, als wollte ein Leuchtfeuer für Lindernde Dunkelheit sorgen. Die Ausstrahlung der einladenden Couch zeigte mit ein bisschen Feuer und Schwefel Wirkung auf uns beide und wurde mit Göttlicher Resonanz zur Glühenden Berührung.

Mein Inneres war ein Wacher Geist mit Brennender Seele und Arkaner Harmonie, die sehr offensichtlich auf Gegenseitigkeit traf. Unterhaltungen und Gespräche verloren sich auf Finsteren Pfaden in der Nachtkühle. Annäherungsspielchen wurden zur Vampierberührung als ich eine Heiße Hand von Elira in meinen Bebenden Handflächen spürte – ein Gefühl wie von Phoenixflammen umgeben während einer oxytocinhaltigen Prismenexplosion der Emotionen. Diese Mystische Berührung wird zur Vampierumarmung mit Geistverbindung – dabei traf Amor´s Resonierender Pfeil und im Hellen hätte man einen Kuss der Schatten sehen können.

Ein Moment wie ein Herzstoß der Freude im Erfrischenden Jadewind unter Freiem Himmel. Es war eine spürbar Lebende Berührung unserer Atemränder als wäre es eine Astrale Verbindung mit Entropischer Umarmung. Ein Überqullender Nebel in meinen Gedankentrauma ließ die Achtsamkeit auf meine Umgebung sinken. Für uns beide gab es gerade nur diesen Moment mit dem Segen der Freiheit und einer Aura der Hingabe...und ich fühlte mich „Gewollt zu sein“ im Nebel des Lebens.

Etwa eine Zeitverschiebung später, irgendwann nach dem Schleier der Mitternacht überkam uns wohl beide ein Fluch der Schwäche. Jeder Blickkontakt verriet ein Anregen in ihren Augen, das sie spielerisch verstecken wollte. Wir verabschiedeten uns von den anderen mit Heiligenschein und gingen wie Nachtpirscher Richtung Ausgang. Getrieben vom Adrenalinrausch waren wir mit Wahnsinniger Schnelligkeit bei mir zu Hause und auf direktem Weg in mein Zimmer – das mit der L-Couch. Die Zweisamkeit war wie Mitfühlende Lebenskraft und einem harmonischen Lied des Chi-Ji im leisen Hintergrund.

Nach einer bestimmt recht kurzen Weile traf mich Elira´s Einlullender Schuss und in mir wuchs eine Zügellose Tollkühnheit mit Dunklem Verlangen. In so einem Moment hatte auch ich ich keine Woge des Zweifels mehr. Sie wollte sicher, dass ich sie Auf´s Geweih nehme. Meine Gedankenspiele waren die Spitze für meinen Speer der Bastion und die Ascheweihung meiner Handauflegung...doch Elira war schneller. Ihr Fluch der Zungen überraschte mich recht plötzlich – auch wenn sie in Wirklichkeit nur eine hatte. Dabei wurden die Schleier der Verhüllung auch zur Gefallenen Ordnung für unsere Baumrinde.

Was blieb ist Struppiges Fell – wie wenn Simba und Naala spielend den Berg zu den Hyänen runterpurzeln. In einem Moment zwischen einatmen, ausatmen wirkte Elira´s Verführung und Wildheitsaffinität wie Katzenhafte Anmut – wie Catwoman ohne Leder. Die Umklammerung der Natur wurde zur Wilden Hatz mit Blutlust. Not macht erfinderisch, also Fingerdietrich raus bevor sie Flinke Füße bekommt. Meine Flinken Finger waren Geboren, um wild zu sein und das Wildtier zähmen nahm Fahrt auf. Die Wilde Raserei machte der Spuckkobra Blutdurst und der flimmernde Schattentanz fühle sich an, als wäre es eine Berührung des Karma.

Magische Affinität und emotionale Sternschnuppen wurden zu einer inneren Hingabe an den Wahnsinn – mir und auch meinem Eindruck über Elira ging es so. Bis der Teufelsrausch mit Flüssiger Magie in einer kuschelnden Seelenverbindung endete.

Am nächsten Tag war ich Gesprächsthema – in der Firma. Eine Schattenstille am Kaffeeautomaten, zwei Blicke im Flur, ein Schulterklopfen, das ein paar Schattenschritte zu lange auf meiner Jacke liegen blieb. Und ein kleiner Teil von mir genoss das – wegen Elira UND weil ich gesehen wurde. Mehr als nur der Typ, der zockt und zu viel nachdenkt, der sich oft unter einem Mantel der Schatten unsichtbar macht. Als jemand, der auch einfach mal das Leben entfesseln lässt und die Entfesselung der Elemente zulässt. Jemand, der die Lumineszenz nimmt, wenn die Himmlische Eingebung etwas anbietet.

Ein kleines Stück Flamme des Glaubens – an mich selbst. Innerlich spektakulär wie ein Kometenhagel mit Schimmern, dessen Licht bis ins Knochenschild zieht, wie Arkane Intelligenz für die Seele: kein Feuerwerk, eher Klarheit. Ab diesem Samstag waren wir ein Paar.

Es brauchte nirgends auf einer Tafel stehen, denn innerlich fühlte es sich an wie ein stilles Seelenband – nicht gefordert, nicht erkämpft, einfach entstanden. Ich merkte, wie mein Seelenstein ein Stück näher an mich heranrückte, als hätte ich plötzlich so etwas wie einen Ruhestein für den Schattengeist als Rückzug: ein Ort, der sagt „hierher kannst du zurück“. Und all die Kommentare, die halben Witze, das Aufmerksam-Sein der anderen prallten erstaunlich sanft ab; als hätte mir jemand für ein paar Stunden einen dünnen Göttlichen Schild umgelegt, nur dick genug, dass Zweifel nicht die Ersten am Mikrofon sind.

Ob ich wusste, wie ich das angestellt hatte? Nein. Keine Inspiration oder Erleuchtung und nichts aus der Trickkiste zur richtigen Zeit. Eher ein kleiner Schritt, der sich von innen wie ein Heldenhafter Sprung anfühlte, obwohl er nach außen kaum zu sehen war – außer auf dieser schleierhaften Couch des Tatendrangs, wo zwei Dunkle Schatten zu sehen waren. Vielleicht war genau das die Diffuse Magie: dass nichts kalkuliert war. Dass die Tage sich kurz wie Zeitkrümmung anfühlten, als würde mir der Baum des Lebens eine Heilende Berührung schenken – nicht mit Fanfare, sondern wie ein frischer Eintrag im Questlog, der leise „angenommen“ leuchtet.

Und ich konnte kaum glauben, dass ich es war, der geklickt hatte. Ich ging an diesem Montag durch dieselben Türen, saß an denselben Maschinen, hörte dieselben Geräusche – und doch hatte sich etwas verschoben. Wie ein Ring des Friedens, den nur ich sehe: unscheinbar im Icon, deutlich im Gefühl. Endlich ging es für mich mal von der Rolle des Beobachters in die Stromlinienform meines Lebens. Nicht der Dealer im Casino, sondern der, der mitspielt.